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07. Mai 2026 · 7 min

Shopware 6 vs. Shopify vs. ePages — der ehrliche Vergleich

Ich analysiere aktuell aktiv Shops im Raum Augsburg — Bestandsaufnahmen, SEO-Audits, Briefing-Gespräche. Drei Plattformen tauchen dabei immer wieder auf: Shopify, ePages und Shopware 6. Jede hat ihre Daseinsberechtigung. Aber für deutsche Solo-Selbstständige und kleine Händler ist die Antwort fast immer dieselbe — und es ist nicht die, die in der App-Werbung am lautesten steht.

Dieser Artikel ist mein ehrlicher Vergleich. Keine bezahlten Empfehlungen, keine Affiliate-Links, kein Marketing-Bullshit. Stattdessen die acht Punkte, die wirklich den Unterschied machen — Hosting-Hoheit, DSGVO, monatliche Kosten, Quellcode-Zugriff, Plugins, Mehrsprachigkeit, Zukunftssicherheit und der Aufwand für die Migration. Wer am Ende immer noch mit Shopify glücklich ist: bitte gerne, nicht jeder Shop braucht einen eigenen Server. Aber ich will, dass du die Entscheidung mit allen Karten auf dem Tisch triffst.

Kurz zur Einordnung warum das gerade jetzt akut wird: ePages hat in den letzten Jahren den Anschluss verloren — Strato und 1&1 schieben Bestandskunden schon länger zu anderen Lösungen, der Funktionsumfang wächst kaum noch. Shopify hat 2024 die Preise spürbar erhöht und gleichzeitig die App-Kosten zur Haupteinnahmequelle gemacht — viele Händler zahlen inzwischen mehr für Apps als für die Plattform selbst. Und Shopware ist seit dem Release der Version 6.6 erwachsen geworden: stabil, schnell, mit ordentlicher Headless-API. Der Markt verschiebt sich gerade — ein guter Moment, einmal nüchtern hinzuschauen.

Plattformvergleich

Shopware 6 vs. Shopify vs. ePages
— der ehrliche Vergleich.

Drei Wege, einen Online-Shop zu betreiben — drei sehr unterschiedliche Folgen für Kosten, Datenschutz und Kontrolle. Ich migriere alle drei Richtungen, aber für deutsche Kleinhändler empfehle ich konsequent Shopware 6 Community Edition auf eigenem EU-Server. Hier die Gründe, ohne Marketing-Sprache.

Visueller Vergleich von Shopware 6, Shopify und ePages — Shopware als offenes EU-System, Shopify als geschlossene SaaS-Plattform, ePages als auslaufende Mietlösung
Drei Plattformen, drei Modelle: gemietet (ePages), eingesperrt (Shopify), eigenständig (Shopware 6 CE auf eigenem Server).
Direkter Vergleich der drei Shop-Plattformen aus Sicht eines kleinen deutschen Händlers — Stand Mai 2026.
Kriterium ePages Shopify Shopware 6 CE
Hosting-Hoheit Mietshop bei Strato/1&1 — kein Server-Zugriff SaaS bei Shopify Inc. (Kanada/USA) — kein Quellcode Eigener VPS in Deutschland — Sie haben Root
DSGVO-Konformität Eingeschränkt: Tracking-Tools standardmäßig aktiv Datenfluss in die USA — Schrems-II-Risiko EU-Server, kein Drittland-Transfer
Monatliche Fixkosten Ab ~30 € (Now Light) bis 200 €+ (Now Pro) 29 $ bis 2.300 $ (Plus) + Transaction-Fees Hosting ~5 €/Monat + 0 € Lizenz
Quellcode-Zugriff Kein Zugriff — nur Theme-Editor Liquid-Themes änderbar, Core gesperrt Open Source (MIT) — alles anpassbar
Plugin-Ökosystem Sehr klein — wenige Plugins verfügbar Riesig, aber teuer (~10–50 $/Plugin/Monat) Community-Store + lechweb-Bundles inklusive
Mehrsprachigkeit & B2B Eingeschränkt — primär DACH-Fokus Multi-Currency erst ab Plus-Tarif (2.300 $) Mehrsprachen, B2B-Suite, Multi-Storefront im Core
Zukunftssicherheit Kein klares Update-Versprechen — schrumpfender Markt Abhängig von Shopify-Roadmap & Pricing-Erhöhungen Aktive Community + Hersteller in DE — wachsend
Migration zu lechweb Standardfall — wir kennen den Export Standardfall — wir kennen den Export Bereits Shopware — Wartungsvertrag möglich

Kurzfazit

ePages ist für viele Bestandskunden zur Sackgasse geworden — der Markt schrumpft, Funktionen kommen kaum nach. Shopify ist technisch ausgereift, aber teuer im Skalieren und mit Daten in den USA aus DSGVO-Sicht heikel. Shopware 6 CE ist Open Source, läuft auf einem deutschen Server, kostet keine Lizenzgebühr und lässt sich mit der lechweb-Plugin-Suite kostenfrei um genau die Funktionen erweitern, die in Shopify 30–50 $ pro Monat kosten.

Mehr Details zu Funktionsumfang und Preisstaffelung auf /leistungen/shop. Wer schon weiß, dass migriert werden soll: direkt zum Festpreis-Brief.

Shopware 6 vs. Shopify: 3 Punkte, die kein Preisvergleich abdeckt

Die acht Kriterien oben sind das, was sich messen lässt. Es gibt aber drei Dinge, die mindestens genauso wichtig sind und sich nicht in eine Spalte pressen lassen.

Erstens: der Lock-in-Effekt. Bei Shopify gehört dir nichts — weder die Hosting-Umgebung, noch der Quellcode, noch die Zahlungsabwicklung (Shopify Payments ist tief verdrahtet). Wenn du nach drei Jahren wechseln willst, nimmst du einen CSV-Export mit und fängst woanders bei null an. Bei Shopware 6 CE auf eigenem Server ist das Gegenteil der Fall: dein Hoster kann pleite gehen, dein Dienstleister kann verschwinden — du nimmst Datenbank und Code mit und ziehst um. Das fühlt sich erstmal abstrakt an, ist aber genau das Sicherheitsnetz, das ePages-Kunden gerade schmerzlich vermissen.

Zweitens: die Total Cost of Ownership. Auf dem Papier ist Shopify mit dem Basic-Plan günstig. In der Praxis kommen Apps, Rechtstexte-Service, Backup und Transaktionsgebühren dazu. Konkret für einen aktiv betriebenen Shop sieht das im Mai 2026 so aus:

  • Shopify Grow Plan: ca. 88 €/Monat
  • Rechtstexte-Service (IT-Recht-Kanzlei o.ä.): ca. 10 €/Monat
  • Cookie-Consent (Usercentrics o.ä.): ca. 12 €/Monat
  • Backup-App (Rewind o.ä.): ca. 9 €/Monat
  • Conversion-Apps (Loox + Klaviyo + Popup-Tool): zusammen 80–140 €/Monat
  • Transaktionsgebühren ohne Shopify Payments: 1,3 % + 0,25 € pro Bestellung

Macht in Summe rund 200–350 €/Monat plus Umsatzgebühren — ohne dass ein Cent davon in deinem eigenen Shop landet. Shopware 6 CE auf einem 5-€-VPS plus die lechweb-Bundle-Plugins liegt typisch bei 5–15 €/Monat. Über fünf Jahre Laufzeit summiert sich das auf einen Unterschied von rund 12.000–20.000 € — und reicht locker, eine komplette Migration plus zwei Jahre Wartung zu finanzieren.

Drittens: das Datenschutz-Risiko. Shopify hostet in Kanada und den USA. Seit dem Schrems-II-Urteil (EuGH, Juli 2020) ist Datentransfer in die USA ein dauerhaftes DSGVO-Pulverfass — der EU-US Data Privacy Framework von Juli 2023 hängt juristisch noch in der Schwebe (Klage der NOYB läuft), und die nächste Schrems-Klage ist nur eine Frage der Zeit. Konkret heißt das: jeder Shopify-Shop in Deutschland muss eine ausführliche AVV-Klausel und einen Datenschutz-Hinweis pflegen (was dazugehört steht in der DSGVO-Checkliste fürs kleine Gewerbe) — und im Zweifel hast du als Händler den Schwarzen Peter. Bei einem Shop auf einem deutschen VPS gibt's schlicht keinen Drittland-Transfer, und damit auch keine Diskussion.

Wann Shopify trotzdem die richtige Wahl ist

Damit's keine Schwarz-Weiß-Geschichte wird: es gibt Konstellationen, in denen Shopify Sinn ergibt. Wenn du primär in den US-Markt verkaufst, wenn du Tausende Bestellungen pro Tag schiebst und ein Headless-Setup mit eigenen Frontends brauchst, oder wenn du zu zweit/dritt bist und keine Lust hast, dich mit Server-Updates zu beschäftigen — dann ist Shopify eine valide Wahl, und ich werde dich nicht zur Migration drängen. Für 90 % der kleinen deutschen Händler mit einem Shop bis ~1.500 Produkten und Sortiment im DACH-Raum ist Shopware 6 CE aber das deutlich passendere Werkzeug — günstiger, freier, DSGVO-sicher.

Shopify-zu-Shopware-Migration: wie der Ablauf konkret aussieht

Wenn du jetzt überlegst zu wechseln: keine Panik, der Prozess ist klarer als die meisten denken. Ich migriere alle drei Plattformen (Shopify, ePages, Magento, WooCommerce) auf Shopware 6 CE zum Festpreis. Sortiment, Bestellungen, Kunden, Bilder und alle alten URLs werden 1:1 übernommen — letzteres mit 301-Redirects, damit dein Google-Ranking nicht abstürzt. Das Ganze passiert auf einer privaten Vorschau-URL, dein Live-Shop läuft währenddessen unbehelligt weiter. Erst wenn alles geprüft ist, wird der DNS-Eintrag umgelegt — der Cutover dauert 15 Minuten, danach ist der neue Shop live.

Festpreis heißt: Mini 1.490 € (bis 100 Produkte), Standard 2.490 € (bis 500), Komfort 3.990 € (bis 1.500), Enterprise ab 5.990 €. 30 Tage Kontrolle nach Go-Live sind in jedem Paket drin. Hosting auf eigenem VPS bei Hetzner kostet danach ca. 5 € im Monat — keine Lizenzgebühr, kein Plattform-Aufschlag.

Häufige Fragen zur Shop-Migration nach Shopware 6

Wie lange dauert eine Shopify-zu-Shopware-Migration?

Für einen Shop bis 500 Produkte typisch zwei bis drei Wochen vom Briefing bis zum Go-Live — davon der größte Teil Vorschau-Tests auf der privaten Staging-URL. Der eigentliche Cutover via DNS-Switch dauert 15 Minuten.

Verliere ich bei der Migration mein Google-Ranking?

Nein, wenn die alten URLs sauber per 301-Redirect auf die neuen umgelegt werden. Genau das ist Teil jedes Migrations-Pakets — Sortiment, Kategorien, Blog-Beiträge und Bilder behalten ihre URL oder zeigen per Redirect auf die neue Adresse. Sichtbarkeits-Einbruch in den ersten zwei Wochen ist möglich, danach pendelt sich Google ein.

Kann ich Shopify Payments durch eine andere Zahlungsart ersetzen?

Ja — Shopware 6 unterstützt PayPal, Klarna, Stripe, Mollie, SOFORT, Vorkasse, Rechnung und Lastschrift nativ oder per offiziellem Plugin. Wer aktuell Shopify Payments nutzt, spart bei Wechsel oft mehrere hundert Euro im Monat an Transaktionsgebühren — siehe TCO-Block oben.

Brauche ich für Shopware 6 einen eigenen Server?

Shopware 6 läuft auf einem normalen Linux-VPS — ein Hetzner CX22 für ca. 5 €/Monat reicht für die meisten kleinen Shops, größere Sortimente (5.000+ Produkte) brauchen einen CPX22 oder CPX31. Backup, SSL und Cloudflare sind im Standard-Setup mit drin. Du brauchst keinen dedizierten Server, keine Server-Admin-Kenntnisse — das übernimmt der Wartungsvertrag.

Was passiert mit meinen Bestandskunden und ihren Logins?

Kundenkonten werden übernommen, aber Passwörter können nicht 1:1 mitgenommen werden (sind in Shopify gehasht und nicht exportierbar). Kunden bekommen beim ersten Login auf dem neuen Shop eine Passwort-zurücksetzen-Mail. Bestellhistorie und Adressen sind sofort da. Diese Mail-Kommunikation ist Teil jedes Migrations-Pakets.


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Mehr Details zu den einzelnen Migrations-Pfaden findest du auf /leistungen/shop, und einen funktionierenden Beispiel-Shop kannst du auf demo.lechweb.de live anschauen.