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02. Juni 2026 · 6 min

ePages End-of-Life: Strato-Kunden vor der Migrations-Frage

ePages End-of-Life: Strato-Kunden vor der Migrations-Frage

ePages-Betreiber bei Strato und 1&1 bekommen seit Monaten Hinweise im Backend, am Telefon und per Mail: "neue Lösung", "Wechsel empfohlen", "Plattform wird abgelöst". Die Botschaft ist immer dieselbe — und sie ist nicht zufällig vage. Wer aktuell einen ePages-Shop betreibt, sollte verstehen, was im Hintergrund läuft und was die Frist für die eigene Entscheidung ist.

Was End-of-Life bei ePages konkret heißt

ePages bekommt seit Jahren kaum noch substantielle Updates. Neue Zahlungsanbieter, neue gesetzliche Anforderungen (Cookie-Wahl, GoBD-Verschärfungen, eIDAS 2.0) werden mit Verzögerung oder gar nicht mehr nachgezogen. Strato hat parallel angefangen, Bestandskunden auf andere Lösungen zu lenken — teils auf eigene Bausätze, teils mit Migrations-Coupons. Ein offizielles Stichtags-Datum gibt's für ePages selbst nicht, aber der Rückbau läuft schon — nur eben leise.

Konkret heißt das für deinen Shop: Du kannst ihn heute weiter betreiben. Aber jedes Jahr, das du wartest, wird die Migration teurer und das Risiko größer, dass dir eine gesetzliche Anforderung das Geschäft zumacht — weil das ePages-Update nicht mehr kommt.

Drei realistische Zeitfenster

Jetzt — wenn du erweitern willst. Du planst neue Zahlungsarten, einen B2B-Bereich, Mehrsprachigkeit, ein Lager-System-Anbindung, oder einfach ein moderneres Theme. Auf ePages wird das mit jeder Woche schwieriger, weil neue Schnittstellen seltener kommen. Jetzt zu wechseln spart dir die Investition in eine sterbende Plattform.

In 6–12 Monaten — wenn alles läuft, aber stagniert. Dein Shop ist stabil, du hast keine akuten Pläne. Trotzdem solltest du im nächsten halben Jahr migrieren, bevor die ersten gesetzlichen Lücken wirklich auftreten. Beispiel: die nächste Anpassung beim Cookie-Wahl-Recht oder bei den E-Rechnungs-Pflichten könnte ePages nicht mehr sauber abbilden.

Akut — wenn Strato dir konkret abkündigt. Falls du eine Mail bekommst, in der ein Datum für die Abschaltung deines Tarifs steht, hast du in der Regel 3–6 Monate Vorlauf. Das reicht für eine Migration, aber nicht für vergleichen, ausschreiben, abwarten. Wer in dieser Phase erst anfängt zu suchen, landet entweder beim teuersten Anbieter oder bei einem Notnagel.

Was du beim Wechsel verlierst — und was nicht

Eine ehrliche Liste, was eine ePages-zu-Shopware-Migration nicht automatisch mitnimmt:

  • Theme-Optik. Das ePages-Theme wird neu aufgebaut — das ist Aufwand, aber meist gewünscht, weil das alte Theme oft Teil des Problems ist (langsam, mobil schwach, optisch verstaubt).
  • URL-Struktur. Die alten URLs müssen per 301-Redirect erhalten bleiben, sonst stürzt das SEO ab. Das geht — aber nur, wenn der Migrations-Anbieter es ernst nimmt. Frag explizit nach.
  • Plugin-Logik. Wenn dein ePages-Shop spezielle Extensions hatte (Konfiguratoren, Größenrechner, B2B-Preislisten), müssen die nachgebaut oder ersetzt werden.

Was dagegen zuverlässig mitkommt: Produkte mit Bildern, Kategorien, Bestellungen (wenn gewünscht), Kunden-Accounts, Steuersätze. Das ist die Pflicht-Datenmenge, die jeder seriöse Migrations-Dienstleister sauber überträgt.

Was eine Migration realistisch kostet

Bei einem ePages-Shop mit 100–500 Produkten, Standard-Funktionsumfang und einem klassischen Theme reden wir über 2.000–4.000 € für die Migration nach Shopware 6 — inklusive Daten-Übernahme, Theme-Aufbau, Rechtstexte, Cookie-Banner und ersten zwei Wochen Bug-Pflege nach Go-Live. Hosting läuft danach auf einem eigenen Server für 5–15 €/Monat, plus Wartung wenn gewünscht.

Wer hört, "Migration kostet 8.000 €", redet meist über einen anderen Leistungsumfang — typischerweise Neuaufbau des Frontends nach Designer-Wunsch oder umfangreiche Custom-Plugin-Entwicklung. Für eine ehrliche Migration eines durchschnittlichen Strato-ePages-Shops ist das zu hoch.

Wann das hier nicht gilt

Wenn dein Shop nur ein paar Sonderartikel verkauft, du im Schnitt vielleicht 5–10 Bestellungen im Monat hast und der Shop ohnehin nebenher läuft — dann ist eine Migration für 2.500 € im Verhältnis zu deinem Umsatz nicht sinnvoll. In dem Fall wäre der ehrlichere Vorschlag: Strato-Shop laufen lassen, parallel überlegen, ob ein einfaches Kontaktformular plus ein paar PDF-Produktblätter auf einer normalen Webseite reicht. Nicht jeder Verkauf braucht einen Shop-Backend.

Auch wenn du in 12–24 Monaten dein Geschäft sowieso aufgibst oder verkaufst, ist eine Migration jetzt nicht sinnvoll. Dann besser ePages weiterlaufen lassen — der Käufer wird ohnehin auf seine eigene Plattform wechseln.

Mein Vorschlag — wenn du grundsätzlich willst

Ich migriere ePages zu Shopware 6 zum Festpreis, je nach Größe ab 1.490 € (Mini-Shops) bis 3.990 € (Komfort-Migration mit Plugin-Nachbauten). Die Bestandsmigration läuft auf einer Staging-Domain — der alte Strato-Shop wird nie direkt angefasst, bis der Cutover-Tag da ist. Cutover bedeutet bei mir ausschließlich DNS-Switch, sonst nichts. Das ist die einzige Variante, bei der du im Notfall in 5 Minuten zurückkannst.

Nach dem Live-Gang gibt's optional das Komfort-Paket für 79 €/Monat: Updates, Backups, Rechtstexte-Aktualisierung, SEO-Audit mit eigenem Tool — monatlich kündbar, kein Jahresvertrag. Das ist die Anti-Strato-Wartung: du sitzt nicht in einem geschlossenen System, sondern auf Open Source mit eigenem Hosting.

Wer ehrlich vergleichen will, bekommt auch den nüchternen Plattform-Vergleich als Hintergrund-Lektüre — Shopify ist nicht immer die richtige Antwort, aber für manche eben schon. Das hängt am Sortiment, nicht am Wunsch.

Häufige Fragen zur ePages-Abkündigung

Gibt es ein offizielles End-of-Life-Datum für ePages?

Nein, ePages selbst hat keinen offiziellen Stichtag kommuniziert. Strato hat aber begonnen, Tarife zu konsolidieren und Bestandskunden auf andere Plattformen zu lenken. Wer eine konkrete Abkündigung erhält, hat in der Regel 3–6 Monate Vorlauf.

Kann ich meine Domain mitnehmen?

Ja, die Domain bleibt deine. Sie wird beim Cutover-Tag per DNS auf den neuen Server gezeigt. Wenn die Domain bei Strato registriert ist, sollte sie idealerweise vorher zu einem unabhängigen Registrar (z. B. INWX) umgezogen werden, damit du nach dem Wechsel keine Abhängigkeit zum alten Anbieter mehr hast.

Werden alte Bestellungen übernommen?

Auf Wunsch ja. Es gibt zwei Wege: vollständig migrieren (Aufwand höher, dafür lückenlose Historie im neuen Shop) oder Stichtag-Schnitt (Bestellungen vor dem Datum bleiben im alten Shop-Export als PDF/CSV-Archiv, neuer Shop startet bei null). Welche Variante sinnvoll ist, hängt an deiner Buchhaltung — frag deinen Steuerberater, was er für die Aufbewahrungsfrist braucht.

Was passiert mit meinen Google-Rankings?

Mit sauberen 301-Redirects von alten ePages-URLs auf die neuen Shopware-URLs bleibt das SEO erhalten. Der typische Drop in den ersten 2–4 Wochen liegt bei 10–20 % und ist nach 6–12 Wochen wieder aufgeholt. Ohne Redirects: kompletter Neuaufbau der Rankings. Das ist der teuerste Fehler bei Migrationen, und genau deshalb steht das bei mir im Standard-Leistungsumfang.