Was ein Shopify-Shop wirklich kostet — und was mein Komfort-Paket dagegenstellt
"Ab 29 Dollar im Monat starten" — der Satz steht groß auf der Shopify-Startseite und ist nicht falsch. Er ist nur die halbe Wahrheit. Wer einen Shopify-Shop tatsächlich betreibt, landet nach 12 Monaten typischerweise bei 200–400 € im Monat. Nicht weil etwas schiefläuft — sondern weil das so gebaut ist. Hier die ehrliche Rechnung, und wo eine Migration mit Komfort-Wartung anders aussieht.
Die Shopify-Tarife sind nur der Einstiegs-Posten
Stand Mitte 2026 gibt's drei reguläre Tarife: Basic bei 36 €/Monat, Shopify bei 99 €, Advanced bei 369 €. Klingt überschaubar. Aber die Tarife allein machen einen Shop noch nicht verkaufsfertig. Was zwingend dazu kommt:
- Theme. Die kostenlosen Shopify-Themes sind brauchbar, aber generisch — wer einen Shop hat, der nicht aussieht wie 30.000 andere, kauft ein Premium-Theme. Einmalig 300–400 €.
- Apps. Hier wird's eng. Reviews, Newsletter-Anbindung, Cookie-Banner, ein vernünftiges Popup, Versandetiketten — bei einem kleinen Shop kommen schnell 5–8 Apps zusammen. Realistisch sind 60–150 €/Monat nur für Apps.
- Transaktionsgebühren. Wer nicht Shopify Payments nutzt, zahlt zusätzlich 0,5–2 % auf jeden Umsatz an Shopify selbst — obendrauf zu den normalen Kreditkarten- und PayPal-Gebühren. Wer Shopify Payments nutzt, ist die Gebühr los, dafür im Anbieter-Lock-in.
- Domain. Eigene Domain ist Pflicht für Vertrauen. 10–20 €/Jahr — der einzige Posten, der wirklich klein ist.
Eine ehrliche Beispielrechnung
Nehmen wir einen kleinen Shop, der pro Jahr 50.000 € Umsatz macht — etwa eine Solo-Selbstständige mit Handgemachtem oder ein kleiner Spezialist. Tarif: das mittlere "Shopify" für 99 €/Monat. Sechs Apps für insgesamt 95 €/Monat. Shopify Payments aktiv, also keine Plattform-Gebühr aber 1,9 % Karten-Gebühr (~950 €/Jahr). Theme einmalig 350 €.
Über 12 Monate:
- Tarif: 12 × 99 € = 1.188 €
- Apps: 12 × 95 € = 1.140 €
- Theme: 350 € (einmal)
- Domain: ~15 €
- Karten-Gebühren bei 50k Umsatz: ~950 €
- Summe Jahr 1: ~3.640 €
Ab Jahr 2 fällt das Theme weg, der Rest läuft weiter: ~3.290 €/Jahr. Über fünf Jahre gerechnet: 16.800 €. Das ist kein Skandal — es ist einfach das, was eine SaaS-Lösung in der Größe kostet. Aber es ist deutlich mehr als die "ab 29 €"-Werbung suggeriert.
Was die Rechnung bei Shopware 6 + Komfort-Wartung anders macht
Ich migriere Shopify-Shops zu Shopware 6 zum Festpreis. Für den typischen Solo-Shop oben (50–500 Produkte): 2.490 € einmal, fertig. Hosting läuft danach auf einem eigenen Hetzner-Server für 5–8 €/Monat. Die Apps, die auf Shopify monatlich Geld kosten, sind als eigene lechweb-Plugins im Komfort-Paket bereits enthalten — Trust-Badges, Reviews mit Foto, Newsletter, Popup-Exit.
Selbe Beispielrechnung — Shopware mit Komfort-Wartung 79 €/Monat:
- Migration einmalig: 2.490 €
- Hosting Hetzner: 12 × 6 € = 72 €
- Wartung Komfort: 12 × 79 € = 948 €
- Domain: 15 €
- Karten-Gebühren bei 50k Umsatz (über externe Anbieter): ~700 €
- Summe Jahr 1: ~4.225 €
Erster Effekt: Jahr 1 ist mit der Migration teurer als Shopify. Das ist ehrlich gesagt der Hauptgrund, warum viele bei Shopify bleiben. Die Migration ist eine Einmal-Investition, die im ersten Jahr drückt.
Ab Jahr 2 sieht's anders aus, weil die 2.490 € weg sind: ~1.735 €/Jahr. Über fünf Jahre: ~11.165 €. Gegenüber Shopify gespart: rund 5.600 €. Bei einem größeren Shop (z. B. Shopify "Advanced" + 8 Apps) wird die Differenz schnell zweistellig im Tausender-Bereich.
Was Geld nicht alles erklärt
Reine Kosten-Tabellen verschleiern zwei Punkte, die mindestens genauso wichtig sind.
Punkt eins: Was du besitzt. Bei Shopify mietest du Software. Wenn du kündigst, bleibt nichts — keine Datenbank, kein Frontend, keine Theme-Anpassungen. Bei Shopware mit eigenem Hosting gehört dir der Shop. Du kannst den Hoster wechseln, das Theme behalten, jemand anders mit der Pflege beauftragen. Das ist kein theoretischer Wert — das ist deine Ausstiegs-Option, falls die Dienstleister-Beziehung mal nicht passt.
Punkt zwei: Was du nicht tun musst. Bei Shopify musst du dich aktiv um Apps kümmern: welche brauchst du, welche kannst du dir sparen, welche werden teurer, welche schicken Bewertungen-Mails an Kunden ohne Einwilligung. Im Komfort-Paket ist das Pflege-Set bereits drin und wird zentral gewartet. Das ist nicht nur Geld — das ist Zeit und Kopfzerbrechen.
Wann Shopify trotzdem die richtige Antwort bleibt
Drei Fälle, in denen ich offen sage: bleib bei Shopify, oder geh sogar hin.
Wenn du sehr klein bist und es klein bleiben soll. Du hast 20 Produkte, machst 6.000 € Umsatz im Jahr, willst nicht mit Servern hantieren, hast keinen Bock auf Migrations-Aufwand. Shopify Basic für 36 € im Monat ist dann fair. Die Apps-Falle musst du dann aber auch wirklich vermeiden — nicht jede neue Funktion sofort als App nachkaufen.
Wenn du sehr international verkaufst. Multi-Currency, Multi-Language, dutzende Märkte — das ist Shopifys Stärke, ehrliche Aussage. Shopware kann das auch, aber mit mehr Aufwand. Wer wirklich global verkauft, hat bei Shopify in der Regel weniger Reibung.
Wenn du nicht selbst bist, sondern eine Agentur kontinuierlich bezahlst. Dann ist die Plattform fast egal — der Kosten-Treiber ist ohnehin die Agentur. In dem Fall: Shopify ist okay, weil deine Agentur damit umgehen kann.
Wo ich gerne ehrlich vergleiche
Wer hier am Ende noch unentschieden ist, dem schicke ich auf Anfrage eine echte Kosten-Rechnung für den eigenen Shop — also nicht eine Beispielrechnung, sondern mit deinem aktuellen Tarif, deinen aktuellen Apps, deinem aktuellen Umsatz gegen die Festpreis-Variante. Das ist Teil meiner Beratung vor dem Migrations-Angebot, und kostet nichts. Wenn die Rechnung am Ende sagt "bleib bei Shopify", sag ich dir das auch.
Wer den größeren Plattform-Kontext will: der nüchterne 3-Wege-Vergleich nimmt sich Funktionen, DSGVO, Lock-in vor. Und wenn du wissen willst, was Wartung als Service wirklich heißt (also nicht "wir machen Backups", sondern was passiert konkret), steht das im Wartungsvertrag-Artikel.
Häufige Fragen zu Shopify-Kosten
Was kostet ein Shopify-Shop im Monat realistisch?
Mit Tarif, Apps und Theme-Anteil rechnet ein typischer kleiner Shop mit 50.000 € Jahresumsatz im Schnitt mit etwa 270 €/Monat reinen Plattform-Kosten — also Tarif plus Apps plus anteilig Theme — plus Kartengebühren. Wer noch kleiner ist und auf Apps verzichtet, kommt mit dem Basic-Tarif auf rund 50–80 €/Monat aus.
Sind Shopify-Apps wirklich nötig oder Marketing-Druck?
Es ist gemischt. Reviews, ein vernünftiges Newsletter-Tool und Versand-Etiketten sind in den meisten Shops sinnvoll. Vieles andere (Counter, Wheel-Spin-Popups, Up-Sell-Generatoren) ist Conversion-Theater. Die Faustregel: wenn du nicht klar erklären kannst, wofür die App da ist und was sie dir im Monat einbringt, weg damit.
Was sind die versteckten Kosten bei Shopify?
Zwei Posten überraschen die meisten: erstens die Transaktionsgebühren von 0,5–2 % wenn man nicht Shopify Payments nutzt — sie sind in den Tarif-Übersichten klein gedruckt. Zweitens die Tendenz, dass App-Anbieter ihre Preise regelmäßig erhöhen — was im April noch 12 €/Monat war, kann im Oktober 19 €/Monat sein, ohne dass du irgendwas geändert hast.
Lohnt sich die Migration bei einem kleinen Shop überhaupt?
Nicht immer. Wenn du bei Shopify aktuell unter 100 €/Monat liegst und mit dem Setup zufrieden bist, ist die Migration finanziell nicht zwingend. Sie lohnt sich ab dem Moment, wo du dauerhaft über 150 €/Monat zahlst oder wo du dich am Lock-in stößt (Daten gehören dir nicht, Anpassungen sind beschränkt). Das ist eine Schwelle, die der einzelne Fall klärt — nicht eine pauschale Antwort.